Unser Anspruch ist es, medizinische Hilfe auch dann möglich zu machen, wenn Einsatzbedingungen besonders anspruchsvoll sind. Deshalb setzen wir auf spezielle flugbetriebliche Verfahren, die Einsätze bei Dunkelheit, in schwierigem Gelände oder unter besonderen Rahmenbedingungen ermöglichen. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, Hilfe aus der Luft auch unter widrigen Bedingungen dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.
Flugbetriebliche Verfahren
Wenn besondere Bedingungen gelten
Die DRF Luftrettung übernimmt vielseitige und anspruchsvolle Aufgaben. Unsere Einsätze reichen von Notfällen an schwer zugänglichen Einsatzorten bis zu Sekundärtransporten zwischen spezialisierten Kliniken. Wir fliegen bei Tageslicht ebenso wie bei Dunkelheit, unter wechselnden Wetterbedingungen oder in anspruchsvollem Gelände. Dafür nutzen wir verschiedene flugbetriebliche Verfahren wie Fliegen mit Nachtsichtbrillen, Windenrettung oder Instrumentenflug: besondere fliegerische Kompetenzen, die eine verlässliche Notfallversorgung aus der Luft ermöglichen.
Notfälle passieren zu jeder Tageszeit. Deshalb bauen wir das Fliegen bei Dunkelheit seit vielen Jahren gezielt aus und gehören in diesem Bereich zu den führenden Organisationen der Luftrettung. Mit 13 Hubschrauberstationen im 24-Stunden-Betrieb sowie einer weiteren Station mit erweiterten Einsatzzeiten, sind wir in vielen Regionen Deutschlands auch bei Dunkelheit einsatzbereit. Diese Flüge führen wir grundsätzlich mit zwei Piloten im Cockpit und unter Einsatz spezieller Nachtsichtbrillen (NVG) durch. Sie verstärken das vorhandene Restlicht und bieten somit bei Dunkelheit eine sehr gute Orientierung. So bleibt medizinische Hilfe aus der Luft auch nach Sonnenuntergang zuverlässig verfügbar.
Nicht jeder Patient ist unmittelbar erreichbar. Rettungseinsätze führen an Orte, die bodengebundene Rettungsmittel nur schwer erreichen oder an denen ein Hubschrauber nicht landen kann. In solchen Situationen kommt die Rettungswinde zum Einsatz.
An fünf Standorten in Deutschland – Nürnberg, Bautzen, Freiburg, Berlin-Buch und Dortmund – betreiben wir Hubschrauber mit Rettungswinde. Im Notfall bringen wir den Notarzt damit per Windenseil direkt zum Patienten und nehmen ihn bei Bedarf schonend in den Hubschrauber auf, um ihn anschließend in die geeignete Klinik zu fliegen. So erweitert die Windenrettung das Einsatzspektrum der Luftrettung und ermöglicht schnelle medizinische Hilfe auch an schwer zugänglichen Einsatzorten.
Um diese Fähigkeiten dauerhaft sicher anzuwenden und weiterzuentwickeln, bilden sich unsere Pilotinnen, Piloten, Windenoperator und medizinische Besatzungen regelmäßig fort, vernetzen sich auf Fachsymposien und führen gemeinsam mit Partnern wie der Bergwacht halbjährlich Windentrainings durch.
Instrumentenflug bringt in der Luftrettung entscheidende Vorteile, weil Einsätze häufig bei schlechten Sichtverhältnissen, nachts oder in schwierigen Wetterlagen stattfinden. In der Praxis ist er erforderlich, wenn ein Flug nach Sichtflugregeln nicht mehr möglich oder zu unsicher ist: etwa bei Nebel, Regen oder niedrigen Wolkenuntergrenzen. Das Verfahren erhöht die Einsatzfähigkeit der Luftrettung deutlich und stellt die schnelle Bereitstellung lebenswichtiger Hilfe auch unter widrigen Bedingungen sicher. Pilotinnen und Piloten können sich in diesen Situationen ausschließlich anhand von Instrumenten sicher orientieren. Voraussetzung für den Instrumentenflug ist jedoch auch der Instrumentenanflug, der aktuell noch ausschließlich an Flughäfen möglich ist. Die DRF Luftrettung engagiert sich deshalb für die Etablierung des so genannten Point in Space (PinS)-Verfahrens in Deutschland. Dieses Verfahren ermöglicht es, zahlreiche Landeplätze unter Zuhilfenahme eines Instrumentenab- und -anfluges zu nutzen. Es erweitert die Möglichkeit von Instrumentenflugverfahren erheblich.
DRF Akademie
Die DRF Akademie steht für praxisnahe fliegerische Aus‑, Fort‑ und Weiterbildung auf Basis langjähriger Erfahrung aus der Luftrettung. Als Teil der DRF Gruppe vermittelt sie fliegerisches Wissen, das aus realen Einsätzen und dem operativen Flugbetrieb stammt. Von der Ausbildung zum Berufshubschrauberpiloten bis zur spezialisierten Fortbildung werden Pilotinnen und Piloten gezielt auf anspruchsvolle Einsatzbedingungen vorbereitet. Realistische Szenarien, modernes Simulatortraining und zeitgemäße Lehrmethoden fördern sichere Entscheidungen und professionelles Handeln im Luftrettungseinsatz.